Vibe Coding für interne Tools ist gerade das Thema.
Und fast alle machen denselben Fehler.
Als LLMs gut im Programmieren wurden, kam KI zuerst zu den Entwicklern. Cursor hat VS Code geforkt und an die Modelle angeschlossen. Das Werkzeug blieb fast gleich. Die richtige Wette: Entwickler dort abholen, wo sie schon arbeiten.
Jetzt passiert der nächste Schritt. Nicht mehr nur Entwickler bauen Software, sondern Prozessverantwortliche. Produktion, Qualität, Einkauf.
Die Idee ist richtig. Wer den Prozess kennt, muss seine Anforderungen nicht mehr einem Entwickler erklären und wochenlang iterieren. Er iteriert direkt mit der KI. In Minuten.
Aber er bekommt das falsche Werkzeug.
Eine IDE ist für alles gebaut. Jede Programmiersprache, jeder Anwendungsfall. Ob die App sicher ist, ob ein Paket eine bekannte Schwachstelle hat, ob die Lizenz im Unternehmen erlaubt ist: Das entscheidet der Entwickler.
Nur sitzt da jetzt kein Entwickler mehr.
Ich baue seit 7 Jahren Enterprise-Anwendungen, lange bevor KI programmieren konnte. Fast alle folgen demselben Muster:
Sie müssen sicher sein. Sie brauchen Benutzerverwaltung und Rechte. Sie speichern Daten. Sie haben ein Frontend, eine Backend-Logik und Schnittstellen zu anderen Systemen.
Wer mit Claude Code oder Copilot interne Apps baut, erfindet das bei jeder App neu.
In der Fabrik würde das niemand akzeptieren. Kein Werk lässt den Maschinenbediener die SPS programmieren. Er bekommt ein HMI. Die Sicherheitsfunktionen sind eingebaut, nicht optional.
Genau das fehlt gerade: die richtige Abstraktionsebene.
Die Explosion interner Apps kommt. Ehrlich gesagt ist sie schon da.
Aber es gibt noch ein Zeitfenster, um festzulegen, was für jede App gleich sein muss. SSO. Rollen und Rechte. Datenbank. Deployment. Freigegebene Pakete.
Wer das jetzt definiert, bekommt 100 Apps auf einem Fundament.
Wer wartet, bekommt 100 Apps mit 100 Architekturen.
Auf welcher Ebene lasst ihr eure Fachbereiche mit KI bauen?
